NS-Kontinuitäten an Kunsthochschulen

Panel zu NS-Kontinuitäten an Kunsthochschulen / 06. November 2025, 18:00 - 20:30 in der Hansabibliothek Berlin

mit Andree Korpys (HfK Bremen), Nanna Lüth (UDK Berlin), Michaela Melián (HfBK Hamburg), moderiert von Leon Kahane

Die Podiumsdiskussion befasst sich mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit an Kunsthochschulen und den Kontinuitäten nationalsozialistischer Strukturen und Narrative bis heute. Die Beiträge der Panelist*innen zeigen, dass viele Hochschulen ihre eigene Geschichte lange verdrängt haben – etwa durch versteckte oder unzureichende Gedenktafeln, fehlende Forschung oder das Verschwinden belastender Materialien. Studierende fühlen sich oft unsicher im Umgang mit diesem Erbe, gleichzeitig besteht aber großes Interesse.

Durch historische Fallstudien – etwa zur Burg Giebichenstein oder der Nordischen Kunsthochschule Bremen – wird gezeigt, wie tief die Verflechtungen mit dem NS waren und wie brüchig die spätere Erinnerungskultur blieb.

Diskutiert wird auch die Spannung zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Verantwortung, besonders vor dem Hintergrund aktueller Politisierungen seit dem 7. Oktober, in denen Antisemitismus teils offen zutage tritt. Die zentrale These der Veranstaltung ist, dass ernsthafte Erinnerung, kritische Forschung und transparente Vermittlung nötig sind, um Studierende zu befähigen, sich reflektiert mit Geschichte auseinanderzusetzen und verantwortungsvoll künstlerisch zu handeln.

STUDIO AKON ist eine Reihe vom Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus.