Zentrale für

Max Pospiech vom Kollektiv „Zentrale für“ kritisiert das Kulturverständnis der Stadt Nürnberg im Umgang mit der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Anhand der Kulturhauptstadt-Bewerbung und städtischer Konzepte zeigt er, wie NS-Geschichte durch Kunst ästhetisiert, ökonomisiert und entpolitisiert werde. Projekte, Interimsnutzungen und Umbauten – etwa für das Staatstheater – schwächten die historisch-politische Aufklärung. Der Ort dürfe kein Kulturareal sein; Priorität müsse die kritische Erinnerung haben, sichtbar am unfertigen Bau und seiner Ideologiegeschichte.

„Zentrale für“ ist ein in Nürnberg verortetes Künstler*innenkollektiv, das aus einer gemeinsamen künstlerisch-forschenden Auseinandersetzung mit dem Reichsparteitagsgelände hervorgegangen ist. In Installationen, Ausstellungen und diskursiven Formaten untersucht die Gruppe den Umgang mit NS-Architektur, Erinnerungspolitik und der kulturellen Nutzung historisch belasteter Orte. Ein Schwerpunkt liegt auf der kritischen Befragung von Institutionen, Stadtentwicklung und der Rolle von Kunst im Spannungsfeld zwischen Aufarbeitung, Ästhetisierung und Instrumentalisierung. Ausstellungen u.a. „always complain, always explain“ (Kunstverein Nürnberg, 2023), Still complaining (Jahresausstellung Akademie der Bildenden Künste, 2024) und „Was bleibt, wenn es gewesen ist? – zum Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke“ (Erlangen, 2025).